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AK-Hintergrundpapier: Derivate - Bedeutung und Regulierungsbedarf

[12-07-2010]
Derivate sind Verträge, deren eigener Wert von einer Bezugsgröße (underlying, Basiswert) abgeleitet wird. Diese Bezugsgrößen sind sehr unterschiedlich und reichen von Waren (Nahrungsmitteln und Rohstoffen), Aktienindizes, Wechselkursen, Zinsen bis zur Wetterentwicklung etc. Die Bewertung des Derivats hängt von der Entwicklung dieser Bezugsgröße ab, kann sich aber auch (zum Beispiel) in die entgegengesetzte Richtung bewegen (z.B. beim Setzen auf fallende Aktienindizes). Dabei handelt es sich um auf Termin abgeschlossene kauf- oder kaufähnliche Geschäfte. Gestaltet werden diese in Form von Forwards, Futures, Optionen, Swaps und deren Mischformen, aber auch anderen Konstruktionen. Unterschieden wird auch zwischen standardisierten oder für den Einzelfall maßgeschneiderten Derivaten.
Positionspapiere | Wirtschaft

Die ursprüngliche und für die Gesamtwirtschaft sinnvolle Funktion derivativer Instrumente besteht in der Absicherung von Risiken („hedging“), va bezüglich schwankender Marktpreise, Wechselkursen etc. Seit dem Beginn der 90-er Jahre des vorigen Jahrhunderts wurden Derivate hingegen von der Finanzwirtschaft va für zwei Funktionen entdeckt, wodurch der spekulative Charakter immer mehr in den Vordergrund rückte:

  1. als Mittel des Portfoliomanagements, worunter man die Auslagerung möglichst aller Risiken aus den eigenen Büchern versteht, um die Eigenkapitalbindung so gering wie möglich zu halten, damit möglichst viel Kapital für neue Geschäfte zur Verfügung steht.
  2. als Handelsobjekt losgelöst vom Grundgeschäft: die Geschäftspartner, die mit Derivaten handeln, tragen kein Risiko aus einem Grundgeschäft, sondern handeln in der Hoffnung auf steigende oder fallende Kurse der abgeleiteten Papiere.
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Autors

Susanne WixforthKontakt Email
Judith VorbachKontakt Email

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